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JONGLIERGERäTE
Jongliergeräte in der Übersicht
Ein
Jongliertuch ist ein sehr leichtes Nylontuch mit einer Seitenlänge von
ca. 70 cm. Mit Tüchern können Einsteigergruppen sehr gut Jongliermuster
wie Techniken und Flugbahnen erlernen. Die angehenden Jongleure/-innen
lernen dank der langsamen Fallgeschwindigkeit zu begreifen wie später
mit Bällen, Ringen oder Keulen gespielt wird. So können sehr schnell
Erfolgserlebnisse erzielt werden. Zu den Grundmustern gehören Kaskade,
Rückwärtskaskade und Säulen.
Beanbags
eignen sich besonders für Einsteiger und zum Einüben neuer Tricks. Die
Hülle ist aus Stoff, elastischem Kunststoff oder Leder gefertigt. Die
lockere Füllung besteht aus Körnern, gerne verwendet wird etwa Hirse.
Das erleichtert das Fangen und Werfen und macht sie leichter formbar.
Beanbags wiegen zwischen 110 und 180 Gramm.
Stageballs
werden für Auftritte bevorzugt. Der Stageball ist nicht so leicht
verformbar wie ein Beanbag. Dafür fliegt er schöner und stabiler. Ein
Stageball verfügt entweder über eine Kunststoffhülle, gefüllt mit
Körnern, oder besteht komplett aus Kunststoff. Dank seiner Festigkeit
lassen sich auch kleine Kontakt-Jonglage-Tricks spielen, siehe
Acrylball. Meist ist der Stageball größer als ein Beanbag, so lässt er
sich bei Auftritten besser vom Publikum verfolgen. Aus Effektgründen
sind Stageballs oft knallig eingefärbt, einige leuchten auch im
Dunkeln.
Bubbleballs
liegen von ihrer Festigkeit her zwischen Beanbag und Stageball. Daher
ist ein Bubbleball beim Training für Bühnenauftritte einfacher zu
kontrollieren als ein Stageball. Ein Bubbleball fliegt stabiler als ein
Beanbag und lässt sich daher für leichte Kontakt-Jonglage-Tricks nutzen.
Diese Eigenschaften machen den Bubbleball zum gelungenen Allround-Ball.
Gewicht und Festigkeit der Bubbleballs sind jederzeit
veränderbar. Ein Stöpsel auf der Balloberfläche erlaubt die Entnahme der
im Innern liegenden Körner. So kann nach Wunsch mit einer lockeren oder
einer festen Füllung jongliert werden.
Dank seines guten
Grips kommt der Ball häufig zum Training der Viel-Ball-Jonglage in
Einsatz, bevor im nächsten Schritt auf die Stageballs umgestiegen wird.
Bounceballs
schnellen in die Höhe, wenn man sie auf den Boden fallen lässt. Mit
dieser Eigenschaft kann mit Boden und Sprunghöhe jongliert werden statt
mit Schwerkraft und Wurfhöhe, wie es mit „normalen“ Jonglierbällen
üblich ist. Diese sehr schöne Technik wird eher von fortgeschrittenen
Spielern und Spielerinnen gespielt.
Profis nutzen glatte
Marmor- oder Granitplatten, damit die Bälle optimal und maximal hoch
zurückspringen. Aktuell gelten Silikonbälle als beste Spielgeräte für
Profis, da sie über eine hohe Sprungkraft verfügen. Für einen Einstieg
empfehlen sich die neuen „Turbo Bouncing Balls“ von Mr. Babache. Sie
sind qualitativ vergleichbar und wesentlich günstiger. Glatte Granit-
oder Marmorplatten, oft als Restbestände, gibt es in der Regel bei
Steinmetzen.
Acrylballs
und Contactballs sind Bälle, die vorwiegend für die Kontaktjonglage
eingesetzt werden. Bei der Kontaktjonglage bleiben die Geräte, also
Ringe, Keulen und ähnliches, überwiegend mit dem Körper in Kontakt.
Acrylbälle sehen aus wie Glas- oder Kristallkugeln. Sie gibt es als
transparente, einfarbige oder leuchtende Acrylbälle und verfügen über
einen Durchmesser von 6 bis 10 cm. Je größer der Ball ist, desto
leichter fällt die Kontaktjonglage. Acrylbälle eignen sich sehr gut für
Auftritte. Mit ihnen gelingen schöne Licht-Reflektionen.
Für erste Übungen in der Kontaktjonglage empfehlen sich Contactballs.
Sie zerkratzen nicht so leicht und sind in der Anschaffung günstiger als
Acrylbälle.
Wer mehrere Bälle in einer Hand kreisen
möchte, sollte Bälle verwenden, die zu dritt komfortabel in einer Hand
liegen, hier empfiehlt sich ein Durchmesser von etwa 6 bis 8 cm pro
Ball. Eine glatte Oberfläche lässt die Bälle leichter miteinander
kreisen.
Spinningballs
sind glatt, größer und schwerer als Jonglierbälle. Mit diesen
Eigenschaften kann der Ball schnell rotierend auf Fingern, Ellbogen oder
Gegenständen wie z.B. Handstäben gespielt werden. Ist die Rotation
schnell, fällt das Balancieren und Spielen von Tricks leichter. Um dem
Ball einen schnellen Spin zu geben, drehen Sie ihn einfach aus dem
Handgelenk und fangen ihn z.B. mit der Fingerspitze auf.
Meist wird der Ball auf dem Rücken des Fingernagels im „Spin“ gehalten.
Dort entsteht wenig Reibung und der glatte Ball dreht länger. Da der
Ball ca. 24 cm groß ist und leichtes Gewicht hat, lässt er sich gut
balancieren.
Um dem Ball mehr Drehung zu geben oder den
„Spin“ für Tricks auf zu frischen, tippen/tangieren Sie den Ball schnell
in Drehrichtung.
Tipp: Der optimale Drehpunkt
des Balles liegt an der schwersten Stelle des Balles. Hier balanciert,
hat der Ball eine stabilere Rotation. Um den optimalen Drehpunkt zu
finden, können Sie den Ball in ein Wasserbecken legen. Die untenliegende
Stelle ist die schwerste. Markieren Sie die Stelle und Sie finden immer
den idealen Drehpunkt.
Rastaballs
können auch als Footbags gespielt werden. Als Footbag gespielt, kann
der Rastaball allein oder zu mehreren unter Einsatz von Beinen und Füßen
in der Höhe gehalten werden.
Das Gewicht der Rastaballs liegt zwischen 50 und 75 Gramm.
Eine Jonglierkeule wird typischerweise am Griff gefangen und zum Wurf
genutzt. Seit geraumer Zeit nutzen Jongleure auch andere Techniken und
Möglichkeiten. So haben sich zunehmend Formen der Kontaktjonglage, wie
etwa das Balancieren und Rollen der Keule am Körper entlang, entwickelt.
Die physikalischen Wurfeigenschaften von Keulen, Fackeln und Messern
sind sehr ähnlich. Sie werden gerne und oft bei Auftritten genutzt, da
Tricks auch für weiter entfernte Zuschauer gut zu sehen sind. Die
nachfolgend beschriebenen Materialeigenschaften für Keulen sind zum
Großteil auch auf Jonglierfackeln und -Messer übertragbar.
Die
preiswertesten Keulen bestehen aus einem hohlen und einteiligen
Plastikteil, das macht sie sehr leicht. Zudem ist diese Sorte sehr
zerstörungsresistent und wasserfest. Aufgrund dieser Eigenschaften und
sehr gleichmäßiger Drehung im Wurf sind die Keulen auch für Anfänger
geeignet.
Bessere Keulen bestehen aus mindestens zwei
hohlen Plastikteilen. Griffhülse und Korpus. Die Hülse wird dabei auf
einen Stab, die Achse, gesteckt. Der Stab besteht in der Regel aus Holz.
Ist der Holzstab umwickelt (als Variante ohne Griffhülse), fällt das
Fangen und Werfen der Keulen sehr komfortabel aus. Die Umwicklung
besteht aus zwei Schichten, einer stabilen Unterfolie und einer mehrfach
umwickelten „Dekofolie“.
Bei qualitativ hochwertigen Keulen sind die gleichmäßigen und stabilen Rotationseigenschaften besonders ausgeprägt.
An den Keulenköpfen befindet sich der „Top“, am Ende der Griffe der
„Knob“. Beide sind aus Stoß dämpfendem Material, z.B. Gummi, so dass der
Holzstab geschützt wird.
Ringe
sind als Spielgeräte sehr populär. Sie können allein gespielt und auch
mit Bällen oder Keulen kombiniert werden. Die Jongliermuster ähneln sich
dabei sehr.
Jonglierringe werden in Laufrichtung des
Rings rotiert. Durch die Rotation gewinnen die Ringe und ihre Flugbahnen
einen gyroskopischen Effekt.
So können Ringe leicht in
stabil drehende Achsen gespielt werden. Dieser Jongliertrick ist auch
als Pancake Flip bekannt, weil sich die Ringe wie in die Luft geworfene
Pfannkuchen drehen.
Ein vertikal landender Ring kann, mit
viel Rotation, in einem weiteren, horizontalen Ring aufgefangen und
schnell weiter gedreht werden.
Jonglierringe gibt es für
die unterschiedlichsten Zwecke – leuchtend, matt, glänzend,
unterschiedliche Farbseiten, mit verschiedenen Größen und Gewichten.
Bunte und große Ringe eignen sich für spektakuläre Auftritte.
Besonders auffällig sind phosphoreszierende oder leuchtende Ringe, die
auch mit witzigen Farbwechseln erhältlich sind. Schwere Ringe mit ca.
140 Gramm Gewicht können auch bei Wind gespielt werden.
In der Regel bestehen Diabolos aus zwei Kunststoff- oder
Gummi-Halbschalen, die über eine enge Achse miteinander verbunden sind.
Gespielt wird das Diabolo auf einer Schnur mit zwei Handstäben. Achse,
Schnur und Handstäbe bringen das Gerät zum schnellen Rotieren. Je
schneller die Drehung, desto stabiler kann balanciert, geworfen und
gefangen werden. Bessere Achsen bestehen aus Metall. Sie erlauben einen
schnellen Antrieb und langes Gleiten und damit ein besseres Spielgefühl.
Große Diabolos sind einfacher spielbar als kleine. Sie
bieten mehr Stabilität und drehen sich länger. Als beste Geräte gelten
zurzeit das „Diabolo Finesse“ der Firma Mister Babache und „Diabolo
Circus“ der Firma Henrys. Sie finden bei professionellen Spielern
Einsatz und werden gerne von Einsteigern gespielt. Auch in vielen
Lehrvideos sind sie zu bewundern.
Hochwertige Diabolos
haben einen Durchmesser von ca. 13 cm, wiegen ca. 300 Gramm und sind ca.
14 cm hoch. Gute Diabolos verfügen über ähnliche Maße. Sie ermöglichen
einen idealen Umgang mit den einwirkenden (physikalischen) Kräften –
Rotation, Beschleunigung, Schwerkraft. Damit zu spielen, macht großen
Spaß.
Mittelgroße Diabolos sind für Einsteiger geeignet.
Gute Diabolos haben einen Durchmesser von ca. 10 cm, bringen ca. 250
Gramm auf die Waage und sind ca. 12 cm hoch. Mit diesen Diabolos können
bereits zahlreiche Tricks gespielt werden, zum Beispiel Roll-, Wurf-,
Wickel-, Übergabe- und Pass-Tricks. Auch die Jonglage mit mehreren
Diabolos ist natürlich möglich.
Kleine Diabolos sind
nicht für Kinder geeignet. Die Größe und das niedrige Gewicht machen sie
instabil. Sehr fortgeschrittene Spieler spielen diese Diabolos dagegen
gerne, weil sie für eine willkommene Abwechslung sorgen und auch
schwierige Finger-Tricks ermöglichen.
Handstäbe
übertragen das Spielgefühl der Arme auf den Diabolo, z.B. Ausgleichen
des Diabolos bei Schieflage. Stäbe aus Holz sind am preiswertesten.
Mit
Carbon-Stäben lässt sich das Spiel sehr gut erlernen, so dass
Einsteiger schon nach kurzer Zeit zu diesem Material wechseln. Daher ist
der direkte Einstieg mit Carbon eine Überlegung wert.
Handstäbe
aus Fiberglas haben aufgrund ihrer Flexibilität bzw. Biegsamkeit eine
besondere Eigenschaft. Beim Beschleunigen des Diabolos biegt sich der
Stab und schnellt wieder zurück. Der Spieler kann so einen
„Peitscheneffekt“ spielen und beschleunigt so das Spielgerät maximal.
Beliebt sind diese Stäbe vor allem bei Profis und Fortgeschrittene.
Die
zurzeit beliebtesten Diabolo Handstäbe sind aus Aluminium. Sie eignen
sich besonders für rollende Tricks auf Handstäben und zum Jonglieren mit
Feuer-Diabolos.
Schnüre
für Diabolos bestehen aus einem Baumwoll- und Nylongemisch. Die
Baumwolle sorgt für eine gute Reibung und Rotation, das Nylon für gute
Gleitfähigkeit.
Tuning mittels Zubehör-Teilen ist möglich. Nur
bestimmte Modelle können erweitert werden, z.B. „Diabolo Circus“ von
Henrys oder „Diabolo Finesse“ von Mister Babache. Als Zubehör sind etwa
breite Achsen, Gewichte und LED-Licht-Effekte erhältlich.
Jonglierstäbe
werden um die Stabmitte gedreht. Sie lassen sich zudem schwingen und
balancieren. Besonders auffällig ist die Jonglage mit Feuer.
Gern gesehene Tricks sind schnelle Tricks. Der Stab kann vor, hinter,
über, unter, neben dem Körper rotiert werden. Sowohl das ein- als auch
das zweihändige Jonglieren ist hierbei möglich. Beliebt sind auch
Kontakttricks, bei denen der Stab um etwa Taille, Arm oder Schulter
gedreht wird. Geworfene (meist rotierende) Feuerstäbe erzielen einen
spektakulären Effekt.
Für Einsteiger bieten sich Stäbe mit zwei
Armlängen an, Handgelenk und Schulter sind nicht mitgerechnet. Mit
dieser Länge können auch horizontale „Propeller“ 360 Grad um den Körper
gespielt werden. Qualitativ hochwertige Stäbe sind rutschfest im Griff
und verteilen das Gewicht gleichmäßig in der Stabmitte.
Ein
Devilstick-Set besteht aus zwei Handstäben und einem Devilstick. Hier
gilt es, den Stick mit den Handstäben in der Luft zu halten. Dabei sind
viele Tricks möglich. Das Spiel mit den drei Stöcken fasziniert durch
seine Kombination aus Konzentration und Koordination.
Devilsticks bestehen aus Holz und sind ca. 50 bis 80 cm lang. Zur Mitte
hin werden sie schmaler. Je gerader ein Stab ist, umso schneller fällt
das Drehmoment aus. Mit der Schnelligkeit steigt auch der Anspruch an
den Spieler. Sind die Enden voller und damit schwerer, wird die Rotation
langsamer und das Spiel leichter zu meistern. Enden aus Gummi
absorbieren Stöße und haben ein zusätzliches Gewicht.
Für
Einsteiger eignen sich Lunastix und Flowersticks. Der Namen leitet sich
von den lustigen, rüschenähnlichen Fransen an den Enden der Stäbe ab.
Die Fransen verlangsamen das Spiel. Die Oberfläche des Stabes ist aus
Kunststoff. Die sich daraus zusammen mit der Silikonschicht des
Handstabes ergebende Reibung ermöglicht eine volle Kontrolle über das
Spiel.
Handstäbe
sind ca. 40 cm lang und von einem Silikonmantel umgeben. Die
Silikonschicht ist meist 2 mm dick. Die Handstäbe gibt es auch in
uv-tauglichen Farben wie z.B. orange, rot, gelb, grün und pink.
Diese Geräte sind interessante Varianten der klassischen Jonglage. Sie ermöglichen eigene Tricks.
Zum Beispiel können Zigarrenkisten in der Luft gestapelt, Becher
jonglierend ineinander gesteckt, Hüte wie etwa Melonen jonglierend
gedreht und aufgesetzt werden.
Man unterscheidet zwischen Poi und Feuer-Poi. Bei einem Einsteiger-Poi
schwebt der Kopf kurz über dem Boden, während die Arme links und rechts
am Körper herunter hängen. Schweife und Verzierungen können dabei den
Boden berühren. Mit dieser Länge können die meisten Figuren gespielt
werden. Die Schnüre können elastisch oder fest sein, qualitativ gibt es
hier keine Unterschiede. Die individuelle Vorliebe des Spielers ist hier
das entscheidende Kriterium.
Feuer-Poi verfügen über keine
Schweife, sondern in der Regel über einen Dochtkopf, der ausgewechselt
werden kann. Die Ketten sind als Kugel- oder gelötete Gliederketten
erhältlich. Gliederketten sind in Deutschland die günstigere
Alternative. Der Kopf und die Griffhalterung der Poi sollten über gute
Drehmomente verfügen, damit sich die Kette beim Wirbeln mitdreht.
Poi können auch gebastelt werden. So kann etwa ein weicher Jonglierball
im Netzstrumpf oder in bunten Kinderstrümpfen geschwungen werden.
Beliebte Poi-Köpfe für Strümpfe sind leuchtende Bälle, etwa
LED-Jonglierbälle in mehreren Farben, mit Strobe-Effekt oder flüssigen
Farbwechseln, oder Leuchtstäbe, die in Jonglier-Geschäften erhältlich
sind.

















